
Österreich: Homo-Ehe wird Gesetz
Die
Regierung hat die Einführung einer Lebenspartnerschaft zum 1. Januar
2010 beschlossen.
Unterschied zur Ehe:
sie wird nicht auf dem
Standesamt geschlossen. Oder doch?
Es kommt nicht oft vor, dass sich Politiker wegen Schwulen und Lesben
die Nacht um die Ohren schlagen.
Doch das österreichische Gesetz zur
Einführung von Lebenspartnerschaften sorgte
für so viel Streit zwischen
den Koalitionären aus SPÖ und ÖVP,
dass die Politiker erst am
Dienstagmorgen um 5.30 Uhr ihren Kompromiss fertig hatten.
Am Dienstag
war der letzte Termin, um ein Gesetz noch rechtzeitig zum Inkraftreten
2010 in das Parlament einzubringen.
Nun ist die Einführung einer Lebenspartnerschaft in Österreich
beschlossene Sache,
schwule und lesbische Paare sollen sich ab dem 1.
Januar 2010 das Jawort geben können.
Während ein Adoptionsrecht (inkl.
Stiefkindadoption) und künstliche Befruchtung nicht Teil der Homo-Ehe
werden,
ist diese ansonsten einer Ehe, vom Namen abgesehen, weitgehend
gleichgestellt,
eine Auflösung der Partnerschaft ist sogar schneller
möglich als eine Scheidung.
Letzter Unterschied, um den lange
gestritten wurde und bei dem sich letztlich die ÖVP durchsetzte:
das
Standesamt steht Schwulen und Lesben nicht offen.
Doch der lange Kampf in der Nacht hat möglicherweise das ein oder
andere Türchen stillschweigend offengelassen.
Denn für die Eintragung
ist die örtliche Verwaltung zuständig, und die kann,
zumindest in
einigen Städten,
das Standesamt für eine Zeremonie öffnen (die
Eintragung findet dann allerdings nicht "im" sondern "in den
Räumlichkeiten des" Standesamts statt, und wer mehr Interesse an
gesetzgeberischer Wortgewandtheit hat und wissen will,
was eine
Statutarstadt ist, kann beim ORF
weiterlesen).
Die Stadt Wien hat bereits angekündigt, Spielräume des Gesetzes auszunutzen.
Freude und Enttäuschung
Die Homosexuelle Initiative (HOSI) Wien begrüßte die Einführung der
Homo-Ehe:
"Wir freuen uns sehr, dass die langen Verhandlungen nun noch
fristgerecht zu einem Abschluss gebracht wurden
und dass das EP-Gesetz
mit Jahreswechsel in Kraft treten kann",
HOSI-Wien-Obmann
Christian Högl. "Damit vollziehen wir einen Schritt, den Dänemark
bereits vor 20 Jahren gesetzt hat,
als dort als erstem Land Europas die
Eingetragene Partnerschaft eingeführt wurde.
"Betrübt ist er von der
Verweigerung des Standesamts: "
Auch wenn die umfassende rechtliche
Gleichstellung natürlich wichtiger ist,
hat die Frage des Ortes und der
Form der Eintragung sehr hohe Symbolkraft: Die Verweigerung des
Standesamtes wird nicht nur von Lesben und Schwulen als Demütigung und
Provokation betrachtet und muss noch einmal überdacht werden", so Högl.
"Auch dass Adoption und Fortpflanzungsmedizin weiterhin ausgeschlossen
bleiben und sogar explizit untersagt werden, schmerzt sehr."

Die
Regenbogenflagge
Die Regenbogenflagge ist wohl das bekannteste schwul-lesbische Symbol. 1978
entwarf Gilbert Baker in San Francisco eine Flagge mit 6 Streifen in den
Farben des Regenbogens, die den Stolz der schwul-lesbischen Community symbolisieren
sollte.
Allmählich gewann die Flagge an Popularität und bot eine optische
und farbenfrohe Alternative zu dem bisher geläufigen pinkfarbenen Dreieck.
Mittlerweile wird die Regenbogenflagge vom Internationalen Kongress der
Flaggenhersteller (International Congress of Flag Makers) anerkannt und
weltweit auf Schwulen- und Lesbenparaden geschwenkt. 1989 erlangte die Regenbogenflagge
in den USA landesweit Aufmerksamkeit, nachdem John Stout erfolgreich seine
Vermieter in West Hollywood verklagt hatte, als diese ihm verboten, die
Flagge von seinem Balkon aus zu hissen. Baker lebt heute immer noch in San
Francisco und stellt nach wie vor Regenbogenflaggen her.

Rot:
Leben
Orange:
Gesundheit
Gelb: Sonne
Grün:
Harmonie mit der Natur
Blau:
Kunst
Violett:
Geist


„Homophobie – auch in Deutschland ein Problem“
16.10.2009
Auch in Deutschland ist die Akzeptanz von Homosexualität noch längst
nicht in alle Bereiche der Gesellschaft vorgedrungen. Die Stadtstaaten
Berlin, Hamburg und Bremen wollen im Grundgesetz ein ausdrückliches
Diskriminierungsverbot aufgrund der sexuellen Identität verankern und
haben am Freitag einen entsprechenden Antrag in den Bundesrat
eingebracht.
Zwar werden mit Berlin und Hamburg die beiden
größten deutschen Städte von schwulen Bürgermeistern regiert und
möglicherweise bekommt die Bundesrepublik mit Guido Westerwelle ihren
ersten bekennend schwulen Außenminister, allerdings gibt es im Alltag
nach wie vor Pöbeleien und auch körperliche Gewalt gegen Menschen, die
sich zum gleichen Geschlecht hingezogen fühlen.
Die Diskrepanz zwischen den Ansprüchen der Politik und der
tatsächlichen Umsetzung in der Gesellschaft sei groß, sagte der
Soziologe Bastian Fink vom schwulen Anti-Gewalt-Projekt Maneo in Berlin
zum Tag gegen Homophobie im Mai. "Wenn ein Lehrer nicht eingreift, wenn
Schüler abfällig 'schwule Sau' sagen, setzt sich fest, dass es nicht so
schlimm ist, das zu sagen."
Selbst im bunten Berlin, das nicht
gerade für seine Schwulenfeindlichkeit bekannt ist, trauen viele
Homosexuelle sich nicht, ihre Liebe offen zu zeigen. "Wenn ich meine
Freundin küssen will, gucke ich mich immer erst um, ob Leute in der
Nähe sind, die eine blöde Bemerkung machen könnten oder sogar mit
Gewalt drohen", sagt eine lesbische 33-Jährige aus der Hauptstadt.
Jeder dritte Deutsche hat ein "moralisches Problem" mit Homosexualität
Der
"Gallup Koexistenz-Index 2009" beschreibt, dass etwa jeder dritte
Deutsche ein "moralisches Problem mit Homosexualität" hat. In der
deutschen Hauptstadt wurden 2008 einige Dutzend Gewalttaten gegen
Schwule und Lesben polizeilich erfasst, der Soziologe Finke weiß
dagegen von 180 solcher Taten.
"Es ist überaus schwierig, die
Zahl der Vebrechen statistisch zu erfassen", sagt Renate Rampf. Bei
Gewaltdelikten fänden das Motiv und die persönlichen Lebensumstände von
Täter und Opfer selten Eingang in statistische Daten. Die Dunkelziffer
dürfte auch in Deutschland deutlich höher sein als angenommen.
Einer
der brutalsten Fälle passierte im vergangenen Jahr im vermeintlichen
Berliner Szeneviertel Friedrichshain. Mehrere Jugendliche lauerten im
Park einem Mann auf, rissen ihn vom Fahrrad, prügelten ihn
krankenhausreif und beschimpften ihn als "schwule Sau". Das Opfer war
allerdings heterosexuell und Familienvater.
Polizei ist jetzt Schutz- statt Verfolgungsbehörde
Eine
Sache habe sich aber in den vergangenen Jahren deutlich geändert, sagt
Rampf. "Bis vor einigen Jahren verstand sich die Polizei noch als
Verfolgungsbehörde von Homosexuellen, heute versteht sie sich als
Schutzbehörde. Das ist eine bemerkenswerte Entwicklung und das sollte
man auch durchaus einmal betonen."
Bis 1969 wurden Schwule und
Lesben in Deutschland strafrechtlich verfolgt, erst 1994 wurde der
"Schwulenparagraph", der noch lange Zeit ein höheres Schutzalter bei
gleichgeschlechtlichem als bei heterosexuellem Sex festgelegt hatte,
komplett abgeschafft.

CSU bleibt bei Ablehnung
Kein Adoptionsrecht für Homosexuelle
"Ehe und Familie verteidigen": Die CSU hat die Klage gegen das
Lebenspartnerschaftsgesetzt zwar zurückgenommen - doch allzu liberal
will die Partei auch nicht werden.
Trotz der Rücknahme der Verfassungsklage gegen das
Lebenspartnerschaftsgesetz des Bundes lehnt die bayerische
Staatsregierung ein gemeinsames Adoptionsrecht für Schwule und Lesben
ab. Bayerns Justizministerin Beate Merk (CSU) kündigte am Montag an:
"Ich werde Ehe und Familie weiterhin gegen eine schrittweise
Gleichsetzung verteidigen." Bundesjustizministerin Brigitte Zypries
(SPD) forderte die Union dagegen auf, ihren Widerstand gegen die
gemeinsame Adoption durch Lebenspartner aufzugeben.
Merk sagte,
die Staatsregierung habe zwar "in der neuen Regierungskonstellation"
die Klage beim Bundesverfassungsgericht gegen die Stiefkindadoption
zurückgenommen. Sie warnte aber davor, daraus Rückschlüsse auf weitere
Gesetzesänderungen zu ziehen. "Wer aus vermeintlicher Political
Correctness immer weitere Zugeständnisse an andere Lebensformen macht,
beschädigt in Wahrheit das Institut der Ehe", sagte die Ministerin mit
Blick auf Zypries.
Auch eingetragene Lebenspartnerschaften verdienten
"selbstverständlich Respekt und rechtlichen Schutz", sagte die
CSU-Politikerin. Das könne aber nicht bedeuten, die Unterschiede zur
Ehe völlig zu verwischen. "Insbesondere eine Volladoption durch
Lebenspartner wird es mit mir nicht geben", kündigte Merk an.
Die
Normenkontrollklage Bayerns hatte sich vor allem gegen die sogenannte
Stiefkindadoption gerichtet. Das Lebenspartnerschaftsergänzungsgesetz
ermöglicht die Adoption des Kindes des anderen Homo-Lebenspartners.
Zypries
begrüßte das "Einlenken" Bayerns: "Es ist schön, dass sich die CSU
Fakten nicht verschließt." Sie hoffe nun, dass CDU und CSU "endlich
ihren Widerstand aufgeben und den Weg zur Zeichnung des geänderten
Europäischen Adoptionsübereinkommens freimachen, damit wir neben der
Stiefkindadoption auch die gemeinsame Adoption durch Lebenspartner
ermöglichen können".
Die bayerische FDP-Chefin Sabine
Leutheusser-Schnarrenberger wertete den Rückzug der Klage als Erfolg
der Liberalen. "Die FDP hat als Koalitionspartner der CSU geholfen, im
21. Jahrhundert anzukommen", sagte die frühere Bundesjustizministerin.
Der SPD-Rechtsexperte im Bundestag, Carl-Christian Dressel, bezeichnete
die Entscheidung der Staatsregierung als "überfällig".
Dagegen
wertete der Parlamentarische Geschäftsführer der
Grünen-Bundestagsfraktion, Volker Beck, den Rückzug als "feige und ein
beschämendes Eingeständnis des Scheiterns". Das gemeinsame
Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare müsse in der nächsten
Wahlperiode endlich eingeführt werden: "Alles andere wäre
ungerechtfertigte Diskriminierung."
Die
Grünen-Gleichstellungsexpertin im bayerischen Landtag, Claudia Stamm,
warf Merk vor, die Gleichstellung weiterhin schlecht zu reden. Wer
Zugeständnisse an andere Lebensformen mache, beschädige nicht die Ehe,
sondern beende endlich eine unfaire Diskriminierung. 2Wir haben
gehofft, dass auch in Bayern endlich normale Zeiten anbrechen, doch
davon ist man anscheinend noch ziemlich weit entfernt."
Die
Sprecherin des Lesben- und Schwulenverbands (LSVD), Uta Kehr, betonte,
die Staatsregierung habe eingesehen, "dass sie sich nicht gegen die
Realitäten stemmen" könne. "Wenn es keine Argumente gegen die
Stiefkindadoption gibt, kann es auch keine schlüssigen Argumente gegen
ein gemeinsames Adoptionsrecht mehr geben."

ONYVA - LSVD schaltet Hotline gegen Gewalt und Diskriminierung
Am
5. Mai 2009 startet der Lesben-und Schwulenverband Berlin-Brandenburg
(LSVD) e.V. das neue Projekt ONYVA, das sich an Opfer lesbenfeindlicher
Gewalt richtet. Die Telefon-Hotline mit der Rufnummer 030 – 44 00 82 42
wird werktags in der Regel von 16-18 Uhr erreichbar sein.
Diskriminierungen und Übergriffe können hier gemeldet werden. In
Kooperation mit der Berliner Polizei und anderen Beratungsstellen wird
gewährleistet, dass die Opfer die notwendige Unterstützung und Hilfe
bekommen. Per Mail ist das Projekt erreichbar unter onyva@lsvd.de, im Internet unter www.onyva.lsvd.de.
Die Ziele von ONYVA
In
Berlin werden Lesben nach wie vor Opfer anti-lesbischer Gewalt. Aus
unseren Beratungen wissen wir von den Drohungen und körperlichen
Übergriffen, denen lesbische Frauen ausgesetzt sind. Aber die
betroffenen Frauen wissen nicht, an wen sie sich in einer akuten
Notsituation wenden sollen. In den meisten Fällen machen sie ihre
negativen Erfahrungen mit sich selbst aus oder bagatellisieren sie
sogar. Das kann und darf nicht sein! Die Hotline ist ein erstes
Angebot, diesen lesbischen Opfern umgehend zu helfen.
Der LSVD
setzt sich für größere öffentliche Präsenz von Lesben ein. Wir können
das aber nur verantworten, wenn wir zugleich auch ein Mehr an
Sicherheit gewährleisten. Um diese Ziele zu erreichen, haben die Lesben
im LSVD das Projekt ONYVA gestartet. Wir brauchen Maßnahmen, die Lesben
Selbstbewusstsein und Sicherheit geben, die Hotline ist ein erster
Schritt dazu.
Die Aktion „Lesben-Hotline im LSVD“ wird unterstützt von folgenden Projekten:
Iranische Lesben im LSVD
Lesbenstammtisch Berlin
Interimssprecherinnen der Lesbenvollversammlung
TERRE DES FEMMES e.V.
Lambda Berlin-Brandenburg e.V.
Sonntagsclub e.V.
Lesbisches Anti-Gewalt-Projekt des LSVD Berlin-Brandenburg e.V.
Lesben
können sich in Berlin nicht offen zeigen, nicht ungefährdet offen
leben. Onyva oder on y va (übersetzt „aufwärts“, „vorwärts“ oder „Wir
brechen auf“) ist der Name des neuen Lesbenprojektes des LSVD in
Berlin. Das Projekt greift drei zentrale Arbeitsschwerpunkte im
Themenbereich Gewalt gegen Lesben auf:
- Selbstbewusstsein und Sicherheit für Lesben in Berlin
- Androhung von Vergewaltigung als das tägliche Bedrohungsszenario
- Prävention, Sensibilisierung und Solidarität
1. Selbstbewusstsein und Sicherheit für Lesben in Berlin
Lesben
können sich nur offen zeigen, wenn sie sich dadurch nicht in größere
Gefährdungssituationen bringen. Derzeit sind Lesben in Berlin am
sichersten, wenn sie nicht geoutet sind und sich verstecken. Der LSVD
setzt sich für größere öffentliche Präsenz von Lesben ein. Wir können
das aber nur verantworten, wenn wir zugleich auch ein Mehr an
Sicherheit gewährleisten und uns dafür einsetzen. Dabei geht es um die
reale und um die gefühlte Sicherheit. Beides verlangt klare Botschaften
der Politik und mehr Akzeptanz in der Mehrheitsgesellschaft. Berlin
muss eine Stadt werden, in der Lesben willkommen sind und ernst
genommen werden. Wir brauchen Maßnahmen, die Lesben Selbstbewusstsein
und Sicherheit geben.
2. Vergewaltigung als tägliches Bedrohungsszenario
Lesben
in der Öffentlichkeit sind selten. Aber einen Lesbenporno haben schon
viele Männer gesehen. „Hey, ich bin ein bekannter Lesbenumdreher!“ Das
ist eine gängige Reaktion von heterosexuellen Männern, wenn sie
bemerken, dass ihr Gegenüber lesbisch lebt. Solche und ähnliche, häufig
drastischere Sprüche, sind Alltag. Denn viele heterosexuelle Männer
meinen zu wissen, dass Lesben von dem richtigen Mann bekehrt werden
können. Formuliert als Angebot, das „Umdrehen“ persönlich zu
übernehmen, gilt diese männliche Reaktion als normal, bestenfalls als
peinlicher Spruch, als Kavaliersdelikt. Dabei ist die Bedrohung real.
Das
vermeintliche ‚Angebot’ hat eine klare Botschaft: das Angebot von Sex
wider Willen, die Androhung von Vergewaltigung. Eigentlich eine
strafrechtlich relevante Angelegenheit. Aber niemand thematisiert es.
Jedenfalls dann nicht, wenn es um Lesben geht. In anderen
Zusammenhängen gilt die Androhung von Vergewaltigung als
Menschenrechtsverletzung.
Bedrohung, Androhung einer Straftat, § 241
StGB wäre in solchen Fällen einschlägig. Aber darüber gibt es keine
Aufklärung. Weder Lesbenprojekte noch die zuständigen Behörden beachten
überhaupt diese Form von Gewalt. Es gibt keine Verlässlichkeit, dass
überhaupt eine Norm gefunden wird, die einen entsprechenden Schutzzweck
für Lesben hat.
Weder beim Täter und leider häufig auch nicht bei
den Lesben gibt es ein Bewusstsein über das Unrecht. Kein Wunder, denn
selbst in Lesbenprojekten und Beratungsstellen fehlt es an
entsprechender Sensibilität.
Die Androhung, durch ungewollten
heterosexuellen Geschlechtsverkehr umgedreht zu werden, ist das
tägliche Bedrohungsszenario für eine lesbische Frau. Alle haben sich
daran gewöhnt. Keine Lesbe kann sich auf Solidarität und Hilfe
verlassen.
3. Prävention, Sensibilisierung und Solidarität
Onyva
soll Maßnahmen zur Sensibilisierung, Aufklärung und Organisation von
Solidarität sowie konkrete Angebote zur Hilfe in Berlin installieren,
dazu gehören unter anderem:
- Einrichtung einer Hotline ab dem
5. Mai 2009. Finanzierung der Hotline, die Soforthilfe und
Informationen bietet durch Berliner Behörden
- Auswertung der im Rahmen verschiedener Lesbenveranstaltungen erfolgten Befragungen von bisexuellen Frauen und Lesben
- Persönliche Beratungsstunden und Vernetzung
- Großkampagne für Selbstbewusstsein und Sicherheit
-
Themenabende und Aufklärungsveranstaltungen mit Polizei,
Staatsanwaltschaft, JuristInnenverbänden, Frauenhäusern und -Notrufen,
Selbstverteidungs- und Frauensportgruppen, Menschenrechtsverbänden
(TERRE DES FEMMES, ai)
- Zusammenarbeit mit FrauenärztInnen und Krankenhäusern
- Entwicklung von Aufklärungsmodulen und –Veranstaltungen für heterosexuelle Männer
-
Zusammenarbeit mit großen Arbeitgebern in Berlin, wie zum Beispiel der
BVG, Bayer Schering Pharma, HOWOGE und der Stadtverwaltung mit dem Ziel
der Erarbeitung von betrieblichen Selbstverpflichtungen
Das Projekt sollte unmittelbar angeschoben werden und spätestens 2010 finanziert werden.
Constanze Körner Katharina Doumler Renate Heike Rampf
ONYVA
LSVD-Berlin-Brandenburg e.V.
Kleiststr. 35
10787 Berlin
Tel.: 030- 44 00 82 42
Fax: 030-22 50 22 21

| MILES-Themenabend: "Sind alle Menschen frei und gleich?" am 13.Oktober |
|
„Sind alle Menschen frei und gleich?
Homosexuelle Juden in Israel und Deutschland“
MILES organisiert einen Themenabend über jüdische lesbische Frauen und jüdische schwule Männer in Israel und Deutschland.
Wann: 13.10.2009 von 19 Uhr bis 21 Uhr
Wo: LSVD/BLSB, Kleiststraße 35,
10787 Berlin (4. Etage)Neben
der Vorführung des Kurzfilms „Gevald“, der bei der Berlinale den 2.
Platz bekommen hat, werden Referenten über das Leben von jüdischen
Lesben und Schwulen in Israel und Deutschland sprechen: wir freuen uns
über die Zusagen von Frau Leah Carola Czollek (Gastdozentin an der
Alice Salomon Hochschule Berlin), Herrn Klaus Lederer (Die Linke) und
Herrn Sascha Steuer (CDU).
Der Film: „Gevald“ zeigt die aktuelle
Situation der homosexuellen Gemeinschaft in Jerusalem. Angefeindet von
den Ultraorthodoxen und nur mäßig unterstützt von der Stadtverwaltung
versucht diese Gemeinschaft ihren Platz in der Jerusalemer Gesellschaft
zu behaupten.
Wir laden alle herzlich ein, an diesem Themenabend
teilzunehmen. Bitte sagt es weiter und reserviert schon mal diesen
Termin in Eurem Kalender.
Anmeldung unter: 22 50 22 17 oder
miles@blsb.de 
| Sexualkunde statt Gebetsräume - Verwaltungsgericht blind für Realitäten |
|
Sexualkunde statt Gebetsräume
Verwaltungsgericht ist blind für Realitäten an Berlins Schulen
Zur Entscheidung des Berliner Verwaltungsgerichts, Gebetsräume an Berliner Schulen zu erlauben, erklärt Alexander Zinn, Sprecher des Lesben- und Schwulenverbandes Berlin-Brandenburg e.V.:
Der
Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg (LSVD) e.V. ist entsetzt
über das Urteil des Berliner Verwaltungsgerichts, demzufolge ein
Anspruch auf die Einrichtung von Gebetsräumen an Berliner Schulen
besteht. Die freie Religionsausübung ist ein selbstverständlich zu
gewährleistendes Grundrecht. Staatliche Schulen sind aber nicht der
richtige Platz dafür. Die Schule muss ein Ort neutraler
Wissensvermittlung bleiben. Dieses Neutralitätsgebot darf sich nicht
nur auf den Unterricht beziehen, sondern muss auch für den gesamten
sozialen Raum der Schule gelten.
Die Entscheidung des
Verwaltungsgerichts ist vollkommen realitätsfern. Schon heute können
aufgrund fundamentalistischer „religiöser“ Auffassungen einzelner
Schüler die Lehrpläne in einigen Fächern kaum mehr eingehalten werden.
So zum Beispiel im Sportunterricht, der vor allem von islamischen, aber
auch von evangelikalen Vertretern zunehmend mit Forderungen nach
Geschlechtertrennung und „sittlichen“ Bekleidungsvorschriften
konterkariert wird. Ganz zu schweigen vom Sexualkundeunterricht, der an
vielen Berliner Schulen faktisch nicht mehr stattfindet.
Das
Verwaltungsgericht zeigt sich hier abermals blind gegenüber den
Bestrebungen religiöser Hardliner, die die Trennung von Religion und
Staat Schritt für Schritt aufbrechen wollen. Der Senat wird von uns
aufgefordert, gegen dieses Fehlurteil Berufung einzulegen.

"Liebe verdient Respekt"
Klaus Wowereit stellt neue Plakatkampagne des LSVD vor
Am
Dienstag, dem 17. März 2009, stellte Berlins Regierender Bürgermeister
Klaus Wowereit die neue Plakatkampagne des Lesben- und
Schwulenverbandes Berlin-Brandenburg (LSVD) e.V. vor. Auf drei
verschiedenen Plakaten sind küssende Paare zu sehen - ein schwules, ein
lesbisches und ein heterosexuelles Paar. Darunter steht der Claim
"Liebe verdient Respekt". Darüber hinaus wird die Internetseite www.zeig-respekt.de beworben, auf der weitergehende Informationen zum Thema Homosexualität zu finden sind.
Klaus Wowereit erklärte dazu in der Zeitschrift "Berliner Stimme":
"Dass ein Kuss zwischen zwei Menschen Hass und Gewalt hervorruft, ist
traurig und nicht zu verstehen. Leider ereigneten sich in den
vergangenen Monaten zahlreiche homophobe Hassverbrechen. Offenheit und
Toleranz in der Gesellschaft müssen mit allen rechtstaatlichen Mitteln
verteidigt werden."
Finanziert wird die Kampagne durch das
Programm "Soziale Stadt" der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. Die
Koschwitz Plakat GmbH hat einen Großteil der Werbeflächen gesponsert.
Mehr Informationen finden Sie auf www.zeig-respekt.de
Dir
gefallen die Plakate? Die A2-Plakate kann man/frau sich wochentags von
10.00-18.00 Uhr in der Geschäftsstelle des BLSB e.V. abholen
(Kleiststraße 35, 10787 Berlin). Gegen Zahlung einer
Versandkostenpauschale können die Plakate auch versand werden. Bitte
wenden Sie sich an sylvia.hinz@lsvd.de

Single Info
Chaos Radio Berlin spielt ein Lied von Bernd Clüver mit dem Titel "Mike und sein Freund"
Dieses Lied stößt bei unseren Hörern auf Beifall und wird sehr gerne gehört und gewünscht.
Bernd
Clüver stellte im Oktober 1976 diesen Titel vor und sorgte für große
Aufmerksamkeit, da erstmals ein Sänger in der BRD über Homosexualität
sang.
Obwohl das Lied in den deutschen Chats bis auf
Platz 44 stieg, durfte er damit weder in der ZDF-Hitparade noch in der
Sendung disco`76 auftreten.
Vielmehr musste der Sänger
landauf, landab in Interviews versichern, das er nicht "so" sei,das
vorläufige Ende seiner Karriere war besiegelt. Dieses Lied wurde
verboten und erst nach der Aufhebung vom §175 erlaubt.
Hier der Text zu diesem Lied:
Mike rannte fort von zu Haus
und er suchte, wo Frieden ist,
denn der Krieg,
den seine Eltern "Liebe" nannten,
der gefiel ihm nicht.
Und er kam in die Stadt
Doch das Leben war hart.
Keiner fragte nach ihm
nur ein komischer Typ mit getoentem Haar,
der einfach mit ihm ging.
Mike und sein Freund teilten zu zweit
unter dem Dach ein Zimmer.
Keiner sah zu. Man ließ sie in Ruh'. So sollte es sein fuer immer.
Mike brauchte Geld und suchte nach Jobs.
Doch das war sehr schwer.
Denn man schickte ihn fort und rief ihm Schimpfworte hinterher.
Doch es gab einen Menschen, der ihn verstand,
wenn er muede nach Hause kam.
Und er nahm seine Hand und er machte ihm Mut,
sagte: "Morgen wird alles gut."
Mike und sein Freund teilten zu zweit
unter dem Dach eine Liebe.
Mike und sein Freund traeumten davon,
daß es noch lang so bliebe.
Aber dann kam der Tag, da kriegte Mikes Vater das alles raus.
Und er kam mit der Axt und brach mit Gewalt die Tueren auf.
Er schlug alles kurz und klein und nahm mit, was uebrig blieb.
Und morgen wollte er dafuer sorgen,
daß jeder die Schande sieht.
Mike und sein Freund blieben zu zweit.
Nun wußte jeder von ihnen.
Mike und sein Freund nahmen sich vor
nie mehr Versteck zu spielen.
Und sie raeumten die Truemmer beiseite.
Und sie sagten sich:
"Wir beweisen der Welt, daß uns're Liebe nichts Schlechtes ist."
Doch am anderen Tag, als Mike ahnungslos zur Arbeit kam,
stand sein Vater am Tor mit 13 Mann.
Und sie groelten und spuckten ihn an.
Dann kam die letzte Nacht, in der Mike nicht mehr schlief.
Und gemeinsam mit seinem Freund schrieb er diesen Abschiedsbrief:
"Mama und Papa, verzeiht, weil mir doch keiner helfen kann.
Denn der einzigste Mensch, der mich wirklich liebte,
war ein Mann...
Zitat ChaosomiLeider hat sich auch nach mehr 3 Jahrzehnten in einigen Köpfen NICHTS geändert.
Darüber sollte man mal nachdenken
Mike und sein Freund*KLICK*
MORD AN SCHWULEM TÜRKEN
"Du wirst sterben, wenn du nicht normal wirst"
Der schwule Student verfasste einen Artikel über sein
Coming-out - und zwei Monate später war er tot. Eine Hinrichtung in
Istanbul auf offener Straße. Sein Partner sagt: Es war die Familie, ein
Ehrenmord. Türkische Homosexuellen-Vereine sind überzeugt, dass sein
Fall nicht der einzige ist.
Berlin - Als Ahmet Y. vor drei Monaten einen Beitrag für das
türkische Schwulenmagazin "Beargi" verfasste, setzte er damit sein
Testament auf. Er habe "heute noch Herzklopfen", wenn er an sein
Coming-out und das entscheidende Telefonat mit seinem Vater denke,
schrieb der 26-jährige Istanbuler Physikstudent damals.
PHYSIKSTUDENT AHMET Y.:
OPFER EINES EHRENMORDS?
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(3 Bilder)
Seither sei das Verhältnis zu seiner Familie kaputt. "Mein Vater wollte
mich zwingen, zum Arzt zu gehen, um mich von dieser Krankheit zu
heilen." Die Verwandten versuchten ihn übers Telefon davon zu
überzeugen, eine Frau zu heiraten. "Sie setzen mir die Pistole auf die
Brust", schreibt Y. "Sie sagten, meine Mutter sei vor Trauer völlig
abgemagert." Nach Monaten des zähen Bittens und Beschimpfens habe er
verstanden: "Sie werden niemals aufgeben."
Zwei Monate nach Erscheinen des Artikels war Ahmet Y. tot. Am 15.
Juli wurde er in seinem Auto im Istanbuler Stadtteil Üsküdar
erschossen, aus einem vorbeifahrenden Wagen. "Durch unbekannte Täter",
erklärte die Polizei laut türkischen Zeitungen. Von den Kugeln traf ihn
nur eine, aber die war tödlich. "Er wollte Eiscreme für uns holen",
berichtet sein Lebensgefährte Abi Tosun* im Gespräch mit SPIEGEL
ONLINE. "Ich blieb oben in der Wohnung und hörte plötzlich die
Schüsse." Als er auf die Straße rannte, war sein Partner tot und weit
und breit kein Täter mehr zu sehen.
Tosun stammt aus Nordrhein-Westfalen, hat einen deutschen Pass und
ist nach dem Mord nach Deutschland geflohen. Er fürchtet um sein Leben
- denn er ist überzeugt zu wissen, wer schuld ist am Tod seines
Partners.
Tosun glaubt an einen sogenannten Ehrenmord. Eine Bluttat, die begangen
wurde, um die vermeintliche Schande zu tilgen, die ein schwuler Sohn
für eine traditionell-patriarchalische Familie aus Ostanatolien
bedeutet. Tosun erklärt, sein Freund habe eine Woche vor seinem Tod
eine E-Mail von einem Onkel erhalten. Darin habe dieser gedroht: "Du
wirst mit dem Leben bezahlen, wenn du nicht normal wirst."
Die Familie ließ die Leiche anonym vergraben
Tosun sieht noch einen weiteren Beleg für einen Ehrenmord: Die
kurdische Familie des Toten habe keine Beileidsbekundungen hören
wollen. Sie habe die Leiche nicht sehen wollen und keine Beerdigung
organisiert. Stattdessen habe ein Onkel den Toten bei den Behörden
abgeholt und auf einem anonymen Friedhof vergraben lassen. "Ich
verstehe das nicht, das ist doch unmenschlich", sagt Tosun.
Von Deutschland aus versucht er nun, politische Unterstützung zu
erhalten. "Die Europäische Union könnte den nötigen Druck auf die
Türkei ausüben, damit die Behörden den Fall aufklären." Tosun hat
zahlreiche Briefe geschrieben, in denen er Politiker um Hilfe bittet.
"Ahmet war bekennender Homosexueller, der für unsere Rechte gekämpft
hat", sagt er. "Er verdient es, dass sein Mord aufgeklärt wird."
ZUM THEMA AUF SPIEGEL ONLINE
Die zuständige Staatsanwaltschaft Üsküdar hat sich bislang nicht
öffentlich zum Fall Ahmet Y. geäußert. Laut türkischen Medienberichten
soll es Zeugen geben, die das Auto der Täter beobachtet und sich das
Kennzeichen - ein Istanbuler Nummernschild - gemerkt haben sollen. Doch
zum Stand der Ermittlungen wollte eine Sprecherin der
Ermittlungsbehörde auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE nichts sagen. Die
Leiche von Ahmet Y. sei obduziert worden, die Ermittlungen liefen, eine
öffentliche Erklärung sei nicht vorgesehen. Wie es scheint, will man um
jeden Preis Aufsehen vermeiden.
Die passive Haltung der Ermittler sei "typisch", empören sich
Homosexuellen-Verbände in der Türkei. Sie werfen den Behörden vor, den
Fall verschleiern zu wollen. "Wir fordern Aufklärung, ob Ahmet Y. wegen
seiner Sexualität umgebracht wurde oder aus einem anderen Grund",
schreiben drei Vereine in einem offenen Brief an die Istanbuler Polizei.
Der Mord vom 15. Juli war in der türkischen Öffentlichkeit zunächst
überhaupt kein Thema. Kaum eine Zeitung berichtete über den Tod des
schwulen Studenten vor seiner Haustür. "Homosexualität kommt in den
türkischen Medien in der Regel nur dann vor, wenn es ins Showbusiness
passt oder Grund zum Spott gibt", schreibt der Berliner Verein "Gays
und Lesbians aus der Türkei" auf seiner Homepage. Diskriminierung werde
selten ernst genommen.
"Kaum einer zählt die Ehrenmorde an Homosexuellen"
Auch die Istanbuler Polizei ist laut Tosun wenig hilfreich, wenn es
um Übergriffe gegen Schwule geht. Im Gegenteil: Vor einem Jahr wurde
Tosun nach eigenen Aussagen Zeuge, als ein Polizeikommando Razzien in
den Istanbuler Schwulenkneipen "Tekyön" und "Pasam" durchführte und
demonstrativ brutal gegen die Gäste vorging. Immer wieder komme es in
Istanbul zu willkürlichen Maßnahmen gegen Einrichtungen und Lokale von
Homosexuellen. Bei schikanösen Personenkontrollen würden persönliche
Daten notiert. Ein Antidiskriminierungsgesetz gibt es in der Türkei bis
heute nicht.
Erst seit ein Bericht im britischen "Independent" über den Mord
erschien, interessieren sich auch die türkischen Medien für den Tod von
Ahmet Y. Der britische Autor fragte: "War das das erste schwule Opfer
eines Ehrenmords?" Vertreter homosexueller Verbände kennen die Antwort:
"Falls das tatsächlich ein Ehrenmord war, dann war es nicht der erste
an einem Schwulen", sagt Ali Erol. Er ist Generalsekretär von Kaos GL,
einem der wenigen schwullesbischen Vereine in der Türkei, die sich
einen "legalen Status" erkämpft haben. "Keiner zählt die im Namen der
Ehre ermordeten Homosexuellen, und kaum einer berichtet darüber", sagt
Erol. Selbstverständlich habe es ähnliche Fälle schon früher gegeben,
vor allem in ländlichen Regionen der Türkei.
Doch der Fall Ahmet Y. ist besonders: Nicht nur ereignete er sich
auf einer Straße mitten in Istanbul, auch die Ausführung -offenbar
Schüsse aus mehreren Waffen - markiere eine neue Qualität der Gewalt.
So was habe es noch nicht gegeben, sagt Erol. Gerade deswegen sei die
Aufklärung so wichtig.
*Name von der Redaktion geändert
Anmerkung von DJ Joogi
Ich habe diesen Auszug aus Spiegel Online !!!